Chronik

100 Jahre Sportfreunde 1918 Altenessen

Wir blicken auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Mit Menschen die unglaublich viel Herzblut in unseren Verein gesteckt haben. Mit Zeiten in denen es gut lief und Zeiten in denen es besser hätte laufen können. Lest hier unsere Chronik und entdeckt die die ganze Geschichte unseres Vereins.


Von der Gründung bis zum zweiten Weltkrieg

Die Sportfreunde 1918 Altenessen blicken auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück, welche ihren Anfang kurz nach Beendigung des ersten Weltkrieges nahm.

Die Gründung des Vereins fiel in eine Zeit, in der aufgrund des vorangegangenen Krieges gerade in der Bergbauregion an der Ruhr eine große Hoffnungslosigkeit und Ziellosigkeit herrschte. Insbesondere der Sport bedeutete daher zu dieser Zeit für viele Menschen einen Zufluchtsort und bot Perspektivmöglichkeiten an, weshalb die Gründer unseres Vereins besonderen Wert auf ein breit gefächertes Sportangebot legten.

Aus diesem Grund wurden neben der Fußballabteilung zusätzlich eine Handballabteilung mit drei Senioren und- vier Jugendmannschaften, sowie eine Turn-, Leichtathletik-, eine Schwimm- und eine Tennisabteilung ins Leben gerufen.

Die Anfangsjahre unseres Vereins waren hierbei eng mit der Gründung des DJK-Verbandes (Deutsche Jugend Kraft) verbunden. Die von der katholischen Kirche getragene DJK-Bewegung ist eng mit der Sportgeschichte des Ruhrgebietes verbunden und entwickelte sich vor allem aus den konfessionell geprägten Milieus, wie den katholischen Jünglings- und Jungmännervereinen, wobei die Sportler vorwiegend aus der Arbeiterschicht und dem Mittelstand kamen. Im Rahmen des DJK-Verbandes entstand abseits vom Deutschen Fußballverband ein eigenständiger Ligabetrieb, welcher nach dem Wunsch ihrer Gründer, neben den sportliche Wettkämpfen vor allem auch die sportliche Fairness in den Vordergrund stellte.

Die Sportfreunde 1918 Altenessen schlossen sich kurz nach ihrer Gründung dem DJK-Verband an und nahmen fortan aktiv im fußballerischen Bereich an dessen Ligabetrieb teil. Der Spielbetrieb des DJK erfolgte über Deutschland verteilt, wobei die jeweiligen regionalen Meister in regelmäßigen Abständen Titelkämpfe um die deutsche DJK-Meisterschaft austrugen.

Aufgrund der Teilnahme der Sportfreunde an diesem Ligabetrieb, erhielt die Fußballabteilung zwangsläufig, wie in anderen Vereinen auch, immer größeres Gewicht im Gesamtverein und wurde kontinuierlich immer weiter ausgebaut. So konnten im Rahmen des regionalen Ligabetriebes auch immer wieder sportliche Akzente gesetzt werden. In der Spielzeit 1929/1930 wurden die Sportfreunde 1918 Altenessen Meister der damaligen C-Klasse. Im Jahre 1932 wurde die erste Mannschaft unseres Vereins Meister der Gauliga und durfte an der Vorrunde zur deutschen DJK-Fußballmeisterschaft teilnehmen.

Die Spiele wurden hierbei in den ersten Gründungsjahren zunächst auf einem eigens geschaffenen Platz in der Nähe des Vereinslokals, dem Kolpinghaus Altenessen, ausgetragen. Da die Bedingungen dort alles andere als vereinsfreundlich waren, zog man bald auf das Gelände am damaligen „Sandberg“ um (am heutigen Autobahnkreuz B224). Auch hier waren die Bedingungen alles andere als optimal. Die zuerst spielende Mannschaft musste am Wochenende die Tore vom Kolpinghaus mitbringen und aufbauen und die letzte Mannschaft musste sie wieder abbauen und im Kolpinghaus unterstellen. Nach Verhandlungen mit der zuständigen Zechengesellschaft konnte schon bald eine Fläche zwischen der Hömannstraße (heute Wilhelm-Nieswandt-Allee) und der Brockhoffstraße gegenüber dem Wüllnerskamp bereit gestellt werden, auf der die Sportfreunde dann wiederum in Eigenregie einen Fußballplatz errichteten.

Auch diese Nutzungsmöglichkeit währte nicht lange, da die Zechengesellschaft dieses Gelände wieder für sich beanspruchte, um den daneben liegenden Steinberg abzutragen. Man überließ den Sportfreunden jedoch eine frei gewordene Fläche westlich des Nordfriedhofs, um es erneut als Fußballplatz zu gestalten.

Zeitgleich entwickelte sich auch der sportliche Bereich immer weiter. Bis zum Jahre 1934 wurde die Fußballabteilung auf drei Senioren- und sechs Mannschaften im Jugendbereich ausgebaut. Mitten in die Phase des kontinuierlichen Ausbaus unseres Verein fiel jedoch der Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland, durch welchen die Vereinsaktivitäten der Sportfreunde schlagartig gestoppt wurden.

Die Nationalsozialisten gründeten eigene Sportverbände und sorgten gleichzeitig dafür, dass daneben sämtliche anderen Sportverbände, auch der DJK-Verband, verboten wurden. In diesem Zuge wurde auch auf unseren Verein erheblicher Druck durch die Nationalsozialisten ausgeübt, welche eine Mitgliedschaft im Nationalsozialistischen Sportbund erzwingen wollten. Die Sportfreunde 1918 Altenessen beugten sich dem Druck jedoch nicht und waren nicht bereit, sich den Nationalsozialistischen Sportverbänden anzuschließen.
Der Verein wurde aufgrund der Weigerung 1934 durch die Nationalsozialisten verboten, woraufhin alle Vereinsaktivitäten von 1934 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges 1945 ruhten
Aufgrund der Teilnahme der Sportfreunde an diesem Ligabetrieb, erhielt die Fußballabteilung zwangsläufig, wie in anderen Vereinen auch, immer größeres Gewicht im Gesamtverein und wurde kontinuierlich immer weiter ausgebaut. So konnten im Rahmen des regionalen Ligabetriebes auch immer wieder sportliche Akzente gesetzt werden. In der Spielzeit 1929/1930 wurden die Sportfreunde 1918 Altenessen Meister der damaligen C-Klasse. Im Jahre 1932 wurde die erste Mannschaft unseres Vereins Meister der Gauliga und durfte an der Vorrunde zur deutschen DJK-Fußballmeisterschaft teilnehmen.


Die 40er und 50er-Jahre

Vor dem Hintergrund der geschilderten Umstände erscheint es umso erstaunlicher, dass bereits im September 1945 die Sportfreunde Altenessen neu ins Leben gerufen wurden und schon einen Monat später, im Oktober 1945, wieder einem halbwegs geregelten Spielbetrieb nachgehen konnten.

Dies, obwohl aufgrund der nationalsozialistische Diktatur und des Krieg die Mitglieder zerstreut waren und unsere Sportanlage am Nordfriedhof durch die zahlreichen Bombenangriffen vollkommen zerstört war. Um überhaupt spielen zu können, musste unter Kraftanstrengung der damaligen Mitglieder zunächst ein Bombentrichter zugeschüttet werden.

Der Aufbau in der damaligen Zeit steht in unmittelbaren engen Zusammenhang mit unseren wohl verdienstvollsten Mitgliedern, Heinz Leopold und Alfred Wissing, deren Bereitschaft und Engagement einen festen Platz in der Vereinsgeschichte der Sportfreunde hat. Beide waren es, die sich bereits 1945 gleich nach der Rückkehr aus dem Krieg mit einigen Freunden intensiv um den Aufbau des Sportbetriebes bemühten. Weit bevor übergeordnete Organisationen einen geregelten Spielbetrieb in Ligen und Klassen eingeteilt hatten, waren Heinz Leopold und seine Freunde bemüht, in der schwierigen Zeit jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Weit mehr als 10 Jahre war Heinz Leopold, genannt „Kicki“ Leistungsträger unserer ersten Mannschaft und diente dem Verein gleichzeitig als im Vorstand als Hauptkassierer und sorgte somit für einen geregelten Ablauf des Vereinsbetriebes.

Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes traf unsere Mannschaft in der ersten Partie, am Sonntag den 14. Oktober 1945 um 15:00 Uhr in einem Auswärtsspiel auf den B.V. Eintracht Essen. In der darauf folgenden Woche kam es dann zum ersten Heimspiel, welches am Sonntag den 21. Oktober gegen Preußen Altenessen auf unserer Platzanlage am Nordfriedhof ausgetragen wurde.

Die ersten Trikots nach dem Krieg: Amerikanische Unterhemden mit aufgesticktem Vereinsnamen, die Hosen aus alten Bettüchern genäht, die Stutzen von den Vereinsfrauen gestrickt.

Im Verlauf der folgenden Jahre konnte unter enormer Kraftanstrengung und in Eigenarbeit die Sportanlage kontinuierlich weiter ausgebaut werden. Als man 1947 eine Anzahl Lorenschienen und einige für den Bergbau unbrauchbar geworden Förderseile „organisiert“ hatte und damit eine Absperrung rund um das Spielfeld errichten wollte, mussten alle Spieler mit anpacken. Ein früherer Aktiver erinnert sich: „ Wer nicht gearbeitet hatte, wurde nicht aufgestellt.“

Sportlich spielte man in den Nachkriegsjahren zeitweise in einer Klasse mit Vereinen wie Tus Helene, Preußen Essen, BV Altenessen, Karnap 07, Rot-Weiß Essen und weiteren Essener Vereinen. Umkleidemöglichkeiten gab es im weiten Umfeld der Sportanlage keine. 1945 zog man sich im ehemaligen Bierkeller der Gaststätte Hegemann in der Karlstraße um. Man ging von der Gaststätte in Sportbekleidung zum Fußballplatz und ebenso wieder zurück. Im Keller standen vier Eimer Wasser für die gesamten Sportler zur Verfügung. Zunächst durfte jeder Spieler eine Handvoll für die Gesichtswäsche entnehmen; mit dem verbleibenden Rest konnten bestenfalls noch Arme und Beine vom gröbsten Schmutz befreit werden.

Als diese Unterkunft wegen Einsturzgefahr des Gebäudes nicht mehr benutzt werden durfte, fand man neue Umkleidemöglichkeiten in der Gaststätte Schramm an der Ecke Stauderstraße/Bischoffstraße. Spieler und Schiedsrichter hatten vor und nach jedem Spiel bei jeder Witterung einen rund zehnminütigen Fußweg zwischen Sportplatz und Umkleidemöglichkeit zurückzulegen. In der neuen Umkleide gab es zwar eine Waschküche und einen Wasserhahn, jedoch musste das Wasser so genutzt werden, wie es aus der Leitung kam. Von einer warmen Dusche wagte niemand zu träumen.

1948: die ersten gekauften Trikots

War das ein Erlebnis, als man Anfang der 50er Jahre die Genehmigung erhielt, sonntags die Kauenräume der Zeche Carl mitbenutzen zu dürfen.

Sportlich gelang den Sportfreunden in der Saison 1953/1954 der Aufstieg von der 1. Kreisklasse in die Bezirksklasse. Leider konnte sich die Mannschaft dort nicht behaupten. Ein Umstand der wiederum eng mit der Platzgeschichte zusammenhängt. Die Bergwerks AG kündigte unserem Verein 1954 die Nutzungsrechte für den Sportplatz am Nordfriedhof. Der Platz wurde von der Bergwerks AG grundlegend umgebaut und sollte Bergbauberufsschülern, die auf der Zeche Carl ausgebildet wurden, sowie umliegenden Bewohnern als Sport- und Freizeitfläche dienen.
Der Umbau hatte zur Folge, dass die Sportfreunde über ein Jahr lang keine Trainingsmöglichkeiten mehr hatten und alle Spieler in dieser Saison auswärts ausgetragen werden mussten. Gott sei Dank dauerte die Verbannung von der Sportanlage am Nordfriedhof nicht lange. Als Gäste der Bergwerks AG durften wir mit engen zeitlichen Vorgaben den neugestalteten Platz mitbenutzen.

In der Folgezeit ist besonders das Jahr 1959 als markanter Punkt in unserer Vereinsgeschichte anzuführen, da in diesem Jahr unsere Altherren-Abteilung gegründet wurde. Diese Gründung steht in engen Zusammenhang mit den Namen zweier ehrenvoller Vereinsmitglieder, Heinz Leopold und Alfred Wissing. Beide waren Organisatoren, aktive Spieler und Bindeglied im Verein für diese neue Abteilung.


Die 60er und 70er-Jahre

In den sechziger und siebziger Jahren spielten die Sportfreunde in den oberen beiden Kreisligen und auch die Entwicklung der Sportanlage am Nordfriedhof schritt weiter voran.

Die zurückgehenden Aktivitäten des Zechenbaus und die Schließung der Einrichtungen auf der Zeche Carl führten 1967 zu einem Mietvertrag mit der Hoesch AG Bergbau, in dem uns der Sportplatz mit allen Rechten, aber auch mit allen Pflichten der Unterhaltung und Pflege übertragen wurde. Umkleidemöglichkeiten wurden uns in den Kellerräumen des naheliegenden Ledigenheims in begrenztem Umfang zur Verfügung gestellt. Die durch den langfristigen Mietvertrag langfristige Perspektive hinsichtlich der Platznutzung ließ neue Einsatzbereitschaft keimen. 1971 wurde in Eigenregie ein Umkleidehaus mit Duschraum, Toiletten, 4 Mini-Umkleiden sowie einem Schiedsrichter- und Geschäftszimmer errichtet.

Wiederum auf Initiative von Heinz Leopold wurde zu diesem Zweck allein durch die Mitglieder eine ehemalige Baubaracke von Duisburg nach Essen transportiert und mit den notwendigen sanitären und elektrischen Einrichtungen versehen.

Mitten in dieser Phase traf es die Sportfreunde wie ein Schock als im Januar 1972 Heinz Leopold plötzlich, nicht einmal 50jährig, verstarb. Zu seiner Erinnerung wurde auf Initiative unseres Ehrenmitgliedes Werner Tennagels im Jahre 1973 das jährliche Heinz-Leopold-Gedächtnis-Turnier für Altherrenmannschaften ins Leben gerufen, welches noch heute aber nicht mehr gibt.

Begehrter Wanderpokal: Ede Inkeit (r.) und Werner Moneth (l.) mit der Trophäe des Heinz-Leopold-Gedächtnis-Turniers

Zeitgleich bildete sich in dieser Zeit der sogenannte „Bautrupp“ unter der Leitung von Alfred Wissing, welcher unter anderem dafür sorgte, dass zum 60jährigen Jubiläum der nur noch mit Stöcken und Stangen gehaltene Zaun entlang der Straße Wüllnerskamp erneuert wurde. Der spätere langjährige Vorsitzende Dieter Geeven hatte den 180m langen Maschendrahtzaun dem Verein gestiftet. Die Arbeiten zur Einzäunung leisteten Vereinsmitglieder in wenigen Tagen.

Zum 60jährigen Vereinsjubiläum Ende der siebziger Jahre waren die Sportfreunde auch sportlich wieder auf dem Weg nach oben. So schreibt die WAZ am 22. Juli 1978: „Stets Kampf um Platz- nach Abstieg immer wieder aufwärts.“ Zudem erhielt unsere Mannschaft Ende der siebziger Jahre überwiegend gute Kritiken für ihre Leistungen in der Fußballkreisliga A, Nordwest Gruppe 2.

Die Wahl des „ewigen“ Vorsitzenden

Zum damaligen Zeitpunkt konnte noch keiner ahnen, dass das Jahr 1978 auch als Beginn einer Ära in die Vereinsgeschichte eingehen würde. Der Schirmherr unseres 60jährigen Bestehens und Ratsherr Dieter Geeven wurde in diesem Jahr zum 1. Vorsitzenden der Sportfreunde 1918 Altenessen gewählt. Diese Wahl war der Startschuss für eine in der bisherigen Vereinsgeschichte unerreichte Amtszeit, die erst ein Vierteljahrhundert später ihr Ende nehmen sollte.


1980 bis zum 80-jährigen Jubiläum

Die durchweg guten sportlichen Leistungen wurden in der Folge endlich belohnt. 1980 wurde der Meistertitel der Kreisliga A errungen und der Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht.

Der Nordanzeiger schrieb am 22. Mai 1980: „ Geschafft! Im dritten Anlauf glückt den Sportfreunden Altenessen der Aufstieg. Nachdem sie drei Jahre lang an der Tabellenspitze mitgemischt hatten, ist den Sportfreunden Altenessen 1918 in diesem Jahr der Aufstieg in die Fußball-Bezirksklasse gelungen.“

Im folgenden Jahr konnte dann der zum damaligen Zeitpunkt vorläufige Höhepunkt der Vereinsgeschichte erreicht werden. Die Sportfreunde 1918 Altenessen zogen in das Stadtpokalendspiel gegen den ETB Schwarz-Weiß ein, welches am Ostermontag des Jahres 1981 an der Bäuminghausstraße vor großer Zuschauerkulisse ausgetragen wurde und von unserer Mannschaft mit enormer Leidenschaft geführt wurde.

Die Presse schrieb damals am 21. April 1981:

„Nach großem Kampf mussten sich die Sportfreunde in der zweiten Halbzeit dem starken Gegner geschlagen geben: Doppelschlag brach Moral der Sportfreunde. Zum dritten Mal hintereinander holt sich Oberligist Schwarz-Weiß den Stadtpokal und darf damit die Trophäe behalten. Nachdem der Bezirksligist lange Zeit Paroli bieten konnte, gab es am Ende mit 5:0 (0:0) den erwartet hohen Finalsieg der Schwarz-Weißen.“

Die Freude über diese Erfolge der ersten Mannschaft waren jedoch nur von eingeschränkter Dauer. In den Folgejahren wechselten sich Abstieg in die Kreisliga und Wiederaufstieg in die Bezirksliga häufig ab. In den Spielzeiten 1984/1985 und 1988 konnten nach den jeweiligen Abstiegen die erneuten Aufstiege in die Bezirksliga erreicht werden.
Bis 1990 waren die Sportfreunde dann Mitglied der starken Bezirksliga, in der ausschließlich Mannschaften aus dem Essener Raum spielten. Leider erfolgt 1990 der erneute Abstieg in Kreisliga A.

Um einen Neuanfang zu starten wurde ein neuer Trainer verpflichtet, Rolf Gramatke. Zur damaligen Zeit ahnte noch niemand, dass mit der Verpflichtung dieses Trainers eine ganze Ära bei den Sportfreunden begonnen hatte.

Nach drei Spielzeiten in den unteren Klassen, konnte in der Saison 1993/1994 ein schöner Doppelerfolg erzielt werden. Zeitgleich wurden die 1. und die
2. Mannschaft der Sportfreunde Meister in ihren jeweiligen Klassen.
Die 1. Mannschaft stieg in die Ruhrbezirksliga auf und die zweite Mannschaft konnte den Aufstieg in die Kreisliga A bejubeln.Nachdem 1994 der Aufstieg aus der Kreisliga A in die Bezirksliga geschafft wurde, benötigte unsere 1.Mannschaft eine Weile um sich in der Bezirksliga derart zu aklimatisieren, dass man auch dort wieder ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der vorderen Tabellenplätze mitreden konnte. Auch an der Mannschaft wurde gefeilt und ständig gearbeitet, um sie qualitativ besser aufzustellen. Viele Spieler unterschiedlichster Couleur gaben sich am Wüllnerskamp ein Stelldichein, geblieben sind nicht alle, da der „18“-er an sich eine eigene Art hat und nicht jeder Fußballer damit zurecht kommt.
Die Baumaßnahmen gingen zeitgleich mit der sportlichen Entwicklung von Beginn der 80er-Jahre in gewohntem Maße voran. So wurde im Jahre 1980 zum Schutz unserer Besucher die noch heute existente Tribüne errichtet. Die oberen Teile von gebogenen Ampelmasten, die auf einem Schrottplatz für wenig Geld zu bekommen waren, bildeten die Grundkonstruktion dieser Sitz- und Stehtribüne.Im gleiche Jahr ließ ein Vereinsmitglied acht hölzerne Telegrafenmasten am Sportplatz abladen, um daran eine Trainingsbeleuchtung zu errichten. Sie waren der Anlass zu Überlegungen für eine ausreichend helle Flutlichtanlage. Nach Planungen und Abwägung der finanziellen Mittel konnte in erheblicher Eigenleistung mit Zuschüssen durch die Stadt Essen und den Landessportbund die Baumaßnahme gestartet werden. Rund um den Sportplatz mussten Fundamentlöcher und Kabelgräben ausgeschachtet werden. Zudem wurden riesige Betonfundamente für die Flutlichtmasten betoniert. Seit dem Spätherbst 1980 leuchteten acht Scheinwerfer mit je 3.500 Watt Leistung aus 16 Metern Höhe das Spielfeld der Sportfreunde am Nordfriedhof aus. Somit war fortan auch in den Wintermonaten ein ordnungsgemäßer Spiel- und Trainingsbetrieb möglich und der Wert der Sportanlage wurde erheblich gesteigert.

Durch diese beachtliche bauliche Leistung angespornt wurden neue Bauziele in Angriff genommen. Die Umkleidesituation sollte verbessert werden. Ein neues Umkleidehaus musste her.

In diesem Zusammenhang bot sich die Möglichkeit, eine in der Nähe des Berliner Platzes stehende solide Baubaracke zu einem günstigen Preis zu erwerben, abzubauen und auf unserer Sportanlage neu zu errichten.

Nachdem die Baracke für gut befunden wurde, war die Entscheidung gefallen. Baugenehmigungen wurden beantragt, Finanzierungsanträge gestellt und um Spenden gebeten. Wieder einmal war der Aufbau der neuen Umkleidemöglichkeiten aber nur durch die unermüdliche und ehrenamtliche Hilfe zahlreicher Mitglieder möglich. In rund 4.500 freiwilligen Arbeitsstunden haben unsere Vereinsmitglieder Gräben geschachtet und Fundamente gegossen, am Berliner Platz die Baracke und die Nebengebäude demontiert, nach Altenessen transportiert und in mühseliger Kleinarbeit wieder zusammengefügt.

So konnte der damalige Vorstand im Februar 1982 den aktiven Sportlern auf einer Grundfläche von ca. 270 qm neben 4 geräumigen Mannschaftskabinen mit entsprechenden Duschräumen, ein Büro, einen Sanitätsraum und einen Schiedsrichterraum übergeben. Gleichzeitig wurden ein Jugendraum, ein Geräteraum und geräumige Damen- und Herrentoiletten in dem Gebäude untergebracht.

Hanns Sobek, der spätere Bürgermeister der Stadt Essen, sagte bei der Eröffnung: „Diese Eigeninitiative ist beispielhaft. Ich bin davon überzeugt, dass sich die gewährten Zuschüsse vielfältig verzinsen werden.“ Auch die WAZ schrieb damals unter anderem: „Mit einem Landeszuschuß von 26.400 DM und städtischen Mitteln in Höhe von 60.000 DM haben die Mitglieder des Altenessener Sportvereins in mehr als 4.500 freiwilligen Arbeitsstunden ein Gebäude errichtet, dessen Gesamtwert auf 310.000,- DM anzusetzen ist.“

Zusätzlich zum neuen Umkleidehaus wurde von Herbst 1983 bis Ende des Frühjahrs 1984 parallel eine großzügige Vortribüne mit Überdachung errichtet. Dabei mussten Stahlkonstruktionen verschraubt, Holztafeln befestigt und die Dachdichtung fachgerecht vorgenommen werden. All diese Arbeiten erfolgten wiederum ausschließlich in ehrenamtlicher Tätigkeit.

1984 fertiggestellt: die neue Vortribüne

Zeitgleich mit der immer weiter fortschreitenden Modernisierung auf unserer Sportanlage wurden wir jedoch gerade bei schlechten Witterungsverhältnissen brutal darauf aufmerksam gemacht, dass das eigentliche Herzstück unserer Anlage, das Spielfeld selbst, in keiner Weise mehr den Anforderungen genügte. Schnee, leichter Frost und selbst geringfügige Regenfälle machten aus dem Spielfeld immer wieder eine unbespielbare Fläche, welche häufig zu Spielabsagen führte. Somit drängte sich zwangsläufig die Frage nach einer Erneuerung des Spielfeldes auf.

Die Angebote verschiedener Fachfirmen, welche bei ca. 200.000 DM lagen, machten schnell deutlich, dass auch diese umfangreiche Baumaßnahme wiederum nur durch die Bereitschaft der Mitglieder zu unentgeltlicher Arbeit und darüber hinaus nur mit finanzieller Unterstützung möglich war. Nachdem die Vereinsverantwortlichen ihr Anliegen bis zum Kultusministerium in Düsseldorf vorgebracht hatten, konnte im Jahre 1984 auch diese Baumaßnahmen Angriff genommen werden. Nach rund drei Monaten Bauzeit wurde das neue Spielfeld fertiggestellt, so dass dem Verein von diesem Augenblick an ein eingegrenzte Spielfeld mit Oberflächenentwässerung und Drainageanlage zur Verfügung stand.

Auch die drei großflächigen grün-weißen Sechsecke, welche noch heute markanter Teil unserer Sportanlage sind, entstanden Mitte der 80er Jahre. Es handelt sich hierbei um demontierte Überdachungskonstruktionen, welche früher einmal verschiedene Straßen der Essener Innenstadt zierten. Ein Vereinsmitglied hatte diese im April 1985 auf einem städtischen Bauhof entdeckt. Nach dem geklärt war, dass diese riesigen Teile seit Jahren wertvolle Lagerflächen blockierten, waren die Vereinsmitglieder auch hier bereit, die Sechsecke in eine Überdachung für die Eingangsterasse unserer Sportanlage umzuwandeln.

Das breite Geländer, dass diese Terrasse einfasst, wurde mit Genehmigung der Stadtverwaltung in Katernberg demontiert, wo es vor der Verrohung des Katernberger Baches als Schutzgeländer für zwei Brückenbauwerke diente.

Vereinsinternes Freundschaftsspiel: 1. Mannschaft gegen Traditionsmannschaft Mitte der 80er Jahre

Das Jahr 1988 bleibt vor allem wegen der grundlegenden Änderung der Nutzungsrechte hinsichtlich der Sportanlage in Erinnerung. In diesem Jahr versuchte der damalige Grundstückseigentümer, die Hoesch AG, gegenüber den Sportfreunden einen neuen Mietvertrag durchzusetzen. Mit einem Schreiben wurde dem Verein nicht nur die kostenlose Nutzung des Sportplatzes gekündigt, sondern auch ein jährlicher Pachtzins von mehreren tausend Mark gefordert.

Eine derartig hohe jährliche Pacht konnte der Verein jedoch nicht aufbringen, so dass die Stadt Essen und der Stadtsportbund um Hilfe gebeten wurden. Nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit der Hoesch AG erklärte sich die Stadt Essen schließlich bereit, das Gelände zu erwerben und den Sportfreunden die zu Nutzung überlassen.

Großer Wermutstropfen für die Sportfreunde bei den damaligen Verhandlungen war jedoch der Umstand, dass die gesamten Investitionen, welche die Sportfreunde in mühevoller Eigenleistung erbracht hatten, keine Rolle spielten. Aus rechtlichen Gründen war es nicht möglich, auch nur anteilige Erstattungen für die von den Sportfreunden geschaffenen Werte in Höhe von ca. 920.000 DM zu erhalten.

Doch auch hiervon ließen sich die Sportfreunde nicht beeindrucken und haben weiterhin unermüdlich viel Herzblut in zahlreiche Reparatur- und Verschönerungsmaßnahmen auf der Sportanlage gesteckt. So wurden bspw. bis zum 80-jährigen Jubiläum 1998 neue Sitzgelegenheit durch gut erhaltene Bänke geschaffen, die Herrentoilette saniert und einen Spielplatz für Kinder geschaffen, wobei die Aufzählung sämtlicher Arbeiten den Rahmen sprengen würde.

Obwohl auch die vorherigen achtzig Jahre nicht arm an sportlichen Höhepunkten waren, darf die Zeit von 1998 bis 2008 ohne Zweifel als die sportlich erfolgreichste Zeitspanne der gesamten Vereinsgeschichte bezeichnet werden.

Unter der Leitung von Trainer Rolf Gramatke, welcher von 1990 an insgesamt 16 Jahre in Folge die sportliche Verantwortung für die 1.Mannschaft innehatte, konnten zahlreiche Akzente in Pokal und Meisterschaft gesetzt werden, welche die Sportfreunde 1918 Altenessen immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückten und die größten Triumphe der Vereinsgeschichte bescherten.

Vizemeister 1998/1999

Nachdem wir einige Jahre in der Bezirksliga vergeblich versucht hatten ganz oben mitzuspielen, stellte das Jahr des 80jährigen Jubiläums einen echten Höhepunkt dar. Die gesamte Saison 1998/1999 stand unter dem Zeichen des sportlichen Wettkampfs mit unserem direkten Nachbarn BV Altenessen.

Während der gesamten Saison lieferten sich beide Teams lange Zeit ein packendes Fernduell um die Meisterschaft in der Bezirksliga. Der damalige Landesliga Absteiger BVA galt von Anfang an als Titelfavorit. Unsere Mannschaft hatte „als kleiner Nachbar vom Nordfriedhof“ zunächst keiner der Experten auf der Rechnung. Die Sportfreunde entpuppten sich jedoch als Überraschungsmannschaft der Saison und setzten sich vom Start weg an die Tabellenspitze.

Die gesamte Hinrunde blieb unsere Mannschaft ungeschlagen, so dass die WAZ am 10.09.1998 titelte:

„Altenessen 18 tritt aus dem Schatten des BVA. Bezirksliga-Erster vor dem „großen“ Nachbarn.“

Auch wenn sich letztlich der BVA den Meistertitel und den Aufstieg sicherte, konnten die Sportfreunde diese Saison als Vizemeister und mit dem guten Gefühl beenden, die Liga bis zum Schluss spannend gehalten zu haben.

Bis heute sind aus dieser Saison insbesondere die beiden direkten Duelle gegen unseren Nachbarn BVA in schöner Erinnerung (0:0 und 3:3). Beide Spitzenspiele stießen auf enormes Öffentlichkeitsinteresse, wobei mit bis zu jeweils 1.000 Zuschauern in Hin- und Rückspiel eine bis heute für Bezirksligaverhältnisse rekordverdächtige Kulisse erreicht werden konnte.

Große Pokalduelle und Hallenkönig

In den weiteren Jahren bis 2002 gehörten die Sportfreunde trotz einiger Tiefs nahezu kontinuierlich zu den stärksten Mannschaften der Bezirksliga, ohne jedoch ganz große sportliche Höhepunkte landen zu können. Dies sollte sich ab dem Jahr 2002 schlagartig ändern.

Im Jahre 2002 zog unsere Mannschaft in das Pokalfinale des Fußballkreises Nordwest ein, das am 24.10.2002 am Nordfriedhof gegen den Landesligisten TGD Essen-West ausgetragen wurde. Zwar ging die Partei mit 0:1 verloren, positiver Nebeneffekt des Finaleinzuges war jedoch der Umstand, dass wir uns hiermit zeitgleich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals auf Verbandsebene qualifiziert hatten. Zudem ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner, dass bereits im Januar 2003 die Revanche gegen die TGD Essen-West anstehen und mit einem Riesenerfolg enden sollte.

Das Jahr 2003 hatte noch nicht ganz begonnen, da erzielte unsere Mannschaft den wiederholt größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Dieser wurde allerdings nicht auf der gewohnten roten Asche erzielt, sondern auf dem Hallenparkett. Am Sonntag den 19. Januar 2003 holten sich die Sportfreunde den Titel bei der Essener Stadtmeisterschaft im Hallenfussball. Die Mannschaft setzte sich somit an die Spitze eines über mehrere Wochen ausgetragenen Wettbewerbs, an dem jährlich alle Essener Amateurmannschaften teilnehmen. Finalgegner war, wie schon zuvor im Kreispokalfinale, die TGD Essen-West.

Am darauf folgenden Montag war der Sieg der Sportfreunde 1918 Altenessen das Topthema des Essener Sports und die Siegerfotos unserer jubelnden Mannschaft prägten die Lokalsportausgaben der WAZ und NRZ.

So sehen Sieger aus: Hallenmeister 2003

Die WAZ titelte am 20. Januar 2003:

„Altenessen 18 krönt eine exzellente Vorstellung. Bezirksligist holt sich mit 4:2 über Tgd. West verdient den Titel.“

Die NRZ wartete mit der Feststellung auf:
„Spfr. Altenessen 18 ist Hallenkönig.“

Die Sportfreunde Altenessen ruhten sich allerdings nicht auf diesen Lorbeeren aus, sondern setzten im Jahre 2003 weitere Höhepunkte.

Anfang August 2003 wurde zum ersten Mal auf unserer Sportanlage der „Allee-Center-Cup“ ausgetragen. Es handelt sich hierbei um ein Nachbarschaftsturnier für Mannschaften aus dem Essener Norden, welches auf Initiative unseres damaligen Vereinsvorsitzenden Dieter Geeven ins Leben gerufen wurde. Das in enger Partnerschaft mit dem Altenessener Allee-Center seitdem jährlich stattfindende Turnier, konnte direkt bei der Premiere durch unsere eigene Mannschaft gewonnen werden.

Kurz nach diesem Turniererfolg fand die erste Hauptrunde des DFB-Pokals auf Verbandsebene statt. Den Sportfreunden war mit Viktoria Goch ein Verbandsligist als Gegner zugelost worden, so dass unser Team als krasser Außenseiter in die Partie am 23.08.2003 ging.

Hiervon ließ sich unsere Mannschaft jedoch nicht beeindrucken und sorgte für eine faustdicke Überraschung. Der zwei Klassen höher angesiedelte Verbandsligist wurde mit 6:5 im Elfmeterschießen nach Hause geschickt, nachdem es 120 Minuten 0:0 gestanden hatte.

Somit waren wir neben dem damaligen Regionalligisten RWE der einzige Essener Vertreter in der zweiten Hauptrunde dieses Wettbewerbs. Uns fehlten nunmehr noch drei Siege bis zum Gewinn der Pokalrunde auf Verbandsebene. Drei Siege und wir wären mit im Lostopf für den DFB-Pokal gewesen, in dem sich auch sämtliche Bundesligisten befinden. Allerdings waren außer uns nur noch Verbandsligisten, Oberligisten und Regionalligisten im Wettbewerb. Dabei so klingende Namen wie Rot-Weiß Essen, Fortuna Düsseldorf und der Wuppertaler SV.

In der zweiten Runde bekamen wir mit dem SV Straelen erneut einen Verbandsligisten zugelost. Obwohl unsere Mannschaft auch in diesem Spiel einen tollen sportlichen Wettkampf lieferte, musste wir uns im Oktober 2003 am Ende mit 0:4 geschlagen.


Ende der „Ära Dieter Geeven“

Das Jahr 2003 bleibt gleichzeitig als Ende der Amtszeit unseres „ewigen“ Vorsitzenden in Erinnerung. Nach einer unglaublichen Amtszeit von ununterbrochenen 25 Jahren, entschloss sich unser damaliger 1. Vorsitzender Dieter Geeven aus freien Stücken, nicht mehr für den Vorsitz der Sportfreunde 1918 Altenessen zu kandidieren und einem Nachfolger Platz zu machen.

Nach einem Vierteljahrhundert ging somit die Amtszeit eines Vorsitzenden zu Ende, der das Gesicht der Sportfreunde prägte wie kaum ein Zweiter. Mit der 25jährigen Amtszeit von Dieter Geeven steht nicht nur die stetige Modernisierung und Verbesserung unserer Platzanlage, sondern auch die sportlich erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte in engem Zusammenhang.

Für seine hohen Verdienste wurde Dieter Geeven im Jahre 2003 zum Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt.

Größter Triumph der Vereinsgeschichte

Auch die Saison 2003/2004 hatte inzwischen begonnen und brachte am Ende auch in der Meisterschaft endlich den jahrzehntelang herbei gesehnten Erfolg. Genau zehn Jahre nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A im Jahre 1993/1994 errang unsere Mannschaft den Meistertitel in der Bezirksliga und sicherte sich erstmalig in der Vereinsgeschichte den Landesligaaufstieg. Trotz bescheidener finanzieller Mittel gelang aufgrund der großen mannschaftlichen Geschlossenheit der Erfolg. So sahen es auch die Lokalmedien. Die WAZ fasste den Erfolg am 14.07.2004 wie folgt zusammen:„Starkes Kollektiv als Schlüssel zum ersehnten Erfolg“ 

Die Meisterschaftssaison lief von Anfang an im Sinne der Sportfreunde Altenessen. Während ein Sieg nach dem anderen eingefahren wurde, nahmen sich die anderen Mannschaften gegenseitig die Punkte ab. Erst im letzten Hinrundenspiel kassierte man die erste Niederlage und ging mit sagenhaften 15 Punkten Vorsprung in die Winterpause.

Zwar kam dann im Frühjahr zu Beginn der Rückrunde ein kleiner Durchhänger und der Punktevorsprung schmolz zusammen, aber am Ende konnte dennoch bereits frühzeitig der Titelgewinn unter Dach und Fach gebracht werden. Einige Spieltage vor Saisonende war es soweit. Am 24.04.2004 jubelten alle Sportfreunde über den damaligen 7:0 Erfolg und die gleichzeitige Meisterschaft unseres Teams.

Nebenbei zogen wir im Laufe der Aufstiegssaison, wie schon im Vorjahr, ins Kreispokalfinale Nordwest ein. Das Spiel gegen Landesligist TuS Helene ging im Oktober 2003 mit 0:3 verloren. Allerdings war durch die Finalteilnahme erneut, wie bereits im Vorjahr, die Qualifikation für den DFB-Verbandspokal gesichert.

Alleine die Auslosung für diesen Wettbewerb löste am Nordfriedhof schon Jubelstürme aus. Denn als Zweiter im Nordwest-Kreispokal erwischten wir im DFB-Pokal auf Verbandsebene ein Traumlos. Am 01. September 2004 musste der Regionalligist KFC Uerdingen die Reise zum Nordfriedhof antreten. Die Sportfreunde trafen mit dem neben Fortuna Düsseldorf ranghöchsten Vertreter ins Schwarze. Eine tolle Kulisse war garantiert.

Der Gegner war auf dem Papier haushoher Favorit, wurde jedoch von unserer aufopferungsvoll kämpfenden Truppe überrascht. Nachdem es bis zur 90. Minute 1:1 gestanden hatte, brachte erst ein höchst umstrittener Elfmeter in der Nachspielzeit die Entscheidung zugunsten der Gäste. Die Enttäuschung über die aus unserer Sicht unberechtigte Schiedsrichterentscheidung zum 1:2 Endstand hielt noch ein paar Tage an. Danach waren sich aber alle Mitglieder einig, dass die Partei eine tolle Erfahrung und ein echtes Highlight war.

Neuland Landesliga und wieder Hallenkönig

Gleichzeitig wurde in der Landesliga ein neues Kapitel in der „18“-er-Chronik aufgeschlagen.

Auf Augenhöhe mit Essener Sportgrößen wie TGD Essen-West, FC Kray, Tus Helene, Rot-Weiss Essen II, FSV Kettwig und vielen mehr, war es nun an der Tagesordnung Mannschaften aus dem gesamten niederrheinischen Bereich NRWs zu empfangen. Wuppertal, Remscheid, Mülheim, Hilgen, Wermelskirchen, Straehlen, Richrath, Neviges, Vohwinkel, Sudberg hießen von nun an die Gegner und unsere Mannschaft konnte sich in der Landesliga mehr als behaupten, war anerkannt und respektiert für ihr Spiel mit Leidenschaft und unermüdlichen Kampf.

Zwar stellten sich die ersten beiden Jahre als sehr nervenaufreibend heraus, da jeweils bis zum Saisonende um den Verbleib in der Klasse gezittert werden musste, aber dennoch konnte mit den oben erwähnten Tugenden die Liga gehalten werden. Im dritten Jahr Landesliga gelang dann ein Coup, den selbst kühnste Optimisten nicht prognostiziert hatten. Wir konnten die Saison 2006/2007 mit einem beachtenswerten einstelligen Tabellenplatz beenden.

Doch schon der Beginn des Jahres 2007 hatte mit einem Paukenschlag begonnen, den so richtig auch niemand auf der Rechung hatte. Mit einer fantastischen spielerischen und kämpferischen Leistung konnten sich die Sportfreunde zum zweiten Mal nach 2003 die Essener Hallenstadtmeisterschaft sichern.

Vor 1.300 Zuschauern konnte am 28.01.2007 Ligakonkurrent SV Schonnebeck in einem hochspannenden Finale mit 4:3 besiegt werden. Die WAZ fasste die Stimmung im Verein am nächsten Tag wie folgt zusammen:

„Altenessen im Freudentaumel“


 Sportlicher Umbruch

Das gute Abschneiden in der Landesliga und der erneute Titel in der Halle stellten gleichzeitig schöne Abschiedsgeschenke unseres „ewigen“ Trainers Rolf Gramatke dar. Nach 16 Jahren in Diensten der Sportfreunde am Nordfriedhof hatte er sich dazu entschieden, sportlich noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen. Mit dem Trainer haben auch viele Spieler der 1.Mannschaft neue sportliche Ziele gesucht und gefunden.
Da der Trainer und eine nahezu komplette Elf den Verein verließen, musste ein Umbruch stattfinden. Dieser Aufgabe haben sich die Verantwortlichen und der „Neue“ im Amt des Trainers, Markus Erlebach, mit viel Engagement gestellt und innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft zusammengetrommelt, die mit viel Eifer und noch mehr jugendlichem Charme bei der Sache war.

Trainer: Markus Erlebach (r.) und Betreuer Wolfgang Marquard (l.)

Die Mannschaft hatte am Ende häufig mit den Risiken der Jugend zu kämpfen: Unerfahrenheit und Emotionen führten leider zu oft dazu, dass die zuvor erarbeiteten Spielanteile nicht in 3 Punkte umgewandelt werden konnten, sondern noch traurigerweise in Niederlagen. Dies war besonders bedrückend, da man die Leidenschaft der Spieler als Zuschauer spürte.
Am Ende reichte es daher nicht zum Erhalt der Klasse und wir mussten im 90-jährigem Jubiläumsjahr nach 4 Jahren den Gang zurück in die Bezirksliga antreten.

Neben der sportlichen Entwicklung wurde aber weiterhin kontinuierlich an der baulichen Weiterentwicklung der Sportanlage gearbeitet. So wurde die Schiedsrichterumkleide umfangreich von Grund auf renoviert. Durch ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Vereinsmitglieder wurden sämtliche Wände und die Decke neu verkleidet und gestrichen. Zusätzlich wurde eine neue Garderobe, eine neue Eingangstür, sowie neue Sitzbänke und Schreibflächen für die Schiedsrichter angebracht.

2008 bis heute

An diesem Teil unserer Geschichte schreiben wir derzeit noch.